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Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel

Ich hab zwar ziemlich lang gebraucht das Buch zu lesen aber fand es trotzdem so gut dass ich hier mal darüber schreiben möchte:

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Das Buch handelt von einer Verschwörung, die ihre Wurzeln tief in der Vergangenheit zu haben scheint und nun, in der Gegenwart, ihren Abschluss finden soll.

Drei Verlagslektoren, die sich beruflich mit okkulten Wissenschaften und Geheimbünden beschäftigen müssen, geraten zufällig an eine vermeintliche Geheimbotschaft des Templerordens. Aus Spottlust und Langeweile entwerfen sie daraus den „Großen Plan“, der bei den Kelten ansetzt und die gesamte Weltgeschichte erklärt. Mit Hilfe des Foucaultschen Pendels im Kirchenschiff von Saint-Martin-des-Champs, dem heutigen Conservatoire des Arts et Métiers in Paris, soll es möglich sein, anhand der überlieferten Fragmente der Templer den "Umbilicus Telluris" ("Nabel der Welt") zu finden und damit die Weltherrschaft zu erlangen (ein Seitenhieb Ecos auf manche Allmachtsspekulationen diverser Verschwörungstheoretiker). Gefährlich wird es für die drei, als jemand beginnt, ihr intellektuelles Spiel ernst zu nehmen.

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Das coole an dem Buch ist, dass zB die Kapitel nach den Namen der 10 Sephiroth aufgeteilt sind. Es gibt immer wieder Wechsel in den Zeitebenen so dass man genauso dass gefühl hat in dem verworrenen Plan unter zu gehen wie die Protagonisten. Für mich erreicht der "Große Plan" seinen höhepunkt als sie überlegen ob nicht auch die Autoindustrie verwickelt ist - so ein Auto ist bestimmt eine nachricht an einen teil der sekte - oder vielleicht müsse man auch mal das telefonbuch durchanalysieren *grins*

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Am anfang hat mich Ecos arroganter schreibstil noch etwas genervt, aber er ist mit der zeit sehr viel lockerer und ironischer geworden. es ist die dan brown für akademiker. man kann seine überlegungen zwar selten nachvollziehen - außer man hat das thema studiert - aber die begeisterung mit der er mit seinem wissen spielt nimmt einen schnell gefangen.
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